23 August 2006

Was uns der Dorfweiher erzählt...

Schluss mit den Schnurrpfeifereien, liebes Notizbuch, schluss mit Firlefanz und Larifari!
Die Zeiten sind nicht danach!
Die Werte kollern und kegeln herum und herum und herum...
Wo aber nehme ich armes, der Postpostmoderne ausgesetztes Menschlein Orientierung, Wegzehrung für den mühseligen Kampf in der Ebene her, wo jeder jedes Feind ist??
Richtig - von den Großen unserer Geschichte!
Der Ort ist die Ostmark!
Einer - den sie mit Recht den "Großen" nennen - der Preußenkönig Friedrich nämlich umritt einst - die Sonne senkte sich bereits hinter den Wipfeln einiger ausgemergelten Eiben, die Steckrüben waren gezogen, hohle Winde brachten mürbe Gräser zum Zischeln - einen Dorfweiher als er auf ein gar alt hutzig-bucklig Weiblein stieß, das sich gar schwer an einer Hocke trug, die mit Brennholz gefülltwar.
Kurz: Friedrich brachte sein Ross - einen Falben - zum Stehen, neigte sich herab und bemerkte:
"Nun Weiblein, trägst Dich gar schwer an Deiner Hocke!"

Diese und durchaus ähnliche Geschichten erzählt man noch heute im Märkischen in Spinnstuben, bei Hochzeiten, Kindstaufen, Leichengängen, Kirmessen und runden Geburtstagen von Friedrich dem Großen - rühmend seine Leutseligkeit gegenüber den einfachen Leuten.