19 Dezember 2007

Dolores oder so

Eine Hymne auf Dich, Büchlein:
"Wenn ich im Tagebuch
der Liebe schönste Tage such`.."
Was dann sei, das hat uns Rudi Schuricke in den 50ern gesungen...
Auch von einer gewissen braunen Manuela, die um die ganze Welt tanze und in diesen Zusammenhängen eine sei, die so wie keine allen Männern gefällt ; sie sei aus Andalusien stämmig, kaum 17 Jahre alt, und habe dennoch bereits dank ihres großen Tanzgenies
alle Männer in der Gewalt - Brüller: Hört die Sensation, sagt, kennt ihr sie schon !- sie - also nämliche Manuela - sei nicht nur schön wie die Nacht, sondern - man hört und staunt - darüber hinaus auch noch schlank wie der Stamm der Pinie; rassig und süß, das sei - so unser Sänger - so ihre Linie...
Man kann sich, glaube ich, ein Bild von der Dame machen. Weshalb aber, frage ich mich bitter erregt, ist sie in Vergessenheit geraten? Weshalb ertönt ihr Ruhm auf keinem Sampler, wie die junge Generation sagt, auf keiner "Best of Rudi"- CD - Verdeckter Rassismus im Text verbunden mit exotischer Erotik...also ich weiß nicht...???
Jedenfalls bleibt eine gewisse Raffaela, die nun wiederum ihrerseits den Männern ihre
Florentinischen Nächte versüßt, dass es so eine Art hat, weshalb sie - diese Nächte - auch ihm - dem Rudi - im Gedächtnis haften geblieben sind, nämlich als ein großes Vermächtnis einer Reise ins Glück - nicht zuletzt eines poetischen Tangos wegen, den ihm ein Mädel gesungen (Raffaela bietet sich an zu vermuten, obwohl R. offensichtlich erst später frug, wer sie ist ) , der - dieser Tango -ihm schließlich wohl dieser Konstellation wegen erklungen sei wie die schönste Musik, Musik, Musik, worauf er sie geküüüüßt habe usw., usw. bzw. nicht "usw." - jedenfalls tauchen diese Raffaela und die von ihr maßgeblich geprägten schwülen Nächte am Arno regelmäßig und unbeanstandet auf Rudi Schurickes - von dem erzähle ich immer noch - CDs à la "Seine größten Erfolge" auf , was auch für eine Dame namens Dolores, deren Beine wegen (ausweislich des Liedtextes) irgendwelche Senores, Torreros und Matadores nicht schlafen zu gehen vermögen, gilt, wobei jeder dieser Herren sich inständig nur das eine wünscht, sie - die Beine - mögen alleine für ihn sich drehn...ach du heiße Scheiße: die Dolores besang, seinerzeit nicht der Rudi Sch., sondern der Gerhard Wendland - und wen trieb - ei,ei,ei, - eine Maria aus Bahia um, die des Sambatanzens fähig war und im Rahmen dieser Tätigkeit gern ihre Knie zeigte ????
Verstoben...verdrängt...vergessen, vergessen sogar, weshalb ich dies alles dem Büchlein anvertraue.
Wahrscheinlich der Schurickschen Weisheit wegen, nach der
Frauen und Wein, Frauen und Wein eine fröhliche Last seien, deretwegen man - fahre man sie ein - sein Herz nur in acht nehmen müsse.
Da ist nun wirklich was dran.

Friedhelm

Im "Schiffchen" neulich, in W. im Nordhessischen oben, da, wo neben dem Oberschlesischen meine Wurzeln liegen, im "Schiffchen" also - ich war vielleicht beim dritten Bier - taucht einer auf, sah aus wie 75, war aber - sagt er - mein "Klassenkumpel" in der Volksschule - na gut - und hieße "Friedhelm Vogel".
Ich (erleichtert): "Ach der von der Schreinerei!"
Er (glücklich, bestellt Bommerlunder): "Genau, bei meinem Alten ist doch Deine Mutter ein- und ausgegangen."
Ich ( irritiert ): "Ja, ja, ...mir kommt da was..."
Er: "Aber weil Du gerade da bist: Ihr habt in Wiesbaden den ganzen Mittelstand kaputtgemacht - geh`mal durch die Schützebergerstraße, ob Du da noch einen Laden findest von früher...kannste da nicht mal was machen , da unten in Wiesbaden...?"
Und überhaupt, meint der Friedhelm - nach drei Bommerlundern diagnosesicher - die Jugend sei auch nicht mehr das, was wir mal waren... sein Jungs hätten jetzt das Geschäft; im Gegensatz zu seinem Vater (Arbeitsantritt um 5 Uhr früh) und ihm ( Arbeitsantritt spätestens um 6 Uhr früh) kämen die erst immer so gegen 8 Uhr angelatscht; er - Friedbert oder Friedhelm - jetzt weiß ich es auf einmal nicht mehr so genau - halte sich deshalb inzwischen aus allem raus; ob der "Abschwung" vielleicht doch nix mit Wiesbaden zu tun habe, wage ich bescheiden einzuwerfen...aber da will der Friedhelm Vogel nicht mehr diskutieren.
Ach so: meine Mutter war die Buchhalterin seine Vater...