18 August 2009

TILT (Forts.)

Monate gehen ins Land, die Slingshots verlieren an Spannung, die Klappse nehmen zu - und eines Abends: eine weinende Kate (Kät - so hat Dieter seine Katharina auch "danach" zärtlich genannt): Dieter, ihr Dieter, ihr geliebter Dieter sei verschwunden, habe sich "aus der Verantwortung gestohlen", habe sie, die schwache Frau im Stich gelassen, was nun werden solle?? Die Konzentration am Gerät lässt nach, die Kugeln verirren sich mehr und mehr in den Out-Lanes----Kate hat ihn ja sooooo lieb....die Soleier schrumpeln...
Und wieder vergehen Wochen...die Tür ist abgeschlossen...Korn fließt...Kate jammert...und da. wie der Geist von Hamlets Vater steht er hinter der Theke, Dieter im Trenchcoat, nasse Haare, weil es draußen - wie ordinäre Menschen sagen - "Katzen schifft", stierer Blick - Kate schreitete, nein, schwebt quer durch den Schankraum auf ihn zu, schüttet ihm ihren Korn ins Gesicht, schmeißt ihm das dazugehörende Glas an den Kopf und dann: pitsch-patsch, pitsch-patsch...

Den "Erlenhof" gibt es nicht mehr; da ist jetzt ein Grieche drin: "Parthenon".

TILT

Ob er "Royal Rumble" hieß oder "Monster Bash" - ich weiß es nicht mehr, jedenfalls ein Gottlieb`s Four-Player war´s, der gleich rechts hinter der Tür stand, hinter der Tür, die in den verbräunten, verquulchten Gastraum der Kleinbürgerkneipe "Zum Erlenhof" - durchaus auch von trinkfesten, hochsemestrigen Studenten frequentiert - führte - "Marburger Brauhaus" im Ausschank, verzwiebelte Frikadellen im Angebot und Soleier in einer merkwürdig milchigen Brühe schwimmend in einem schmierigen Glas auf der Theke...

Wir sind in den frühen Sechzigern, es ist kurz vor Mitternacht, der Plunge knallt noch einmal Kugeln durch die Gates - ich weiß nicht, wer die letzten drei Spiele - 50 Pfennig - zahlen muss, Fiddi oder Klus oder Matthias oder ich, jedenfalls die Bumper jaulen noch einmal auf, ein paar Drop-Targets verschwinden, jemand spielt einen gefühlvollen Bounce-pass und die Scoreanzeige rattert verheißungsvoll...TILT!

Katharina, die Wirtin, die "resolut" zu nennen wirklich passend ist, haut, nachdem sie wie jeden Abend um diese Zeit die Tür von Innen verschlossen hat, dem Gatten Dieter dermaßen eine, nein zwei zwischen die Hörner, sein Steiß touchiert den Flipper - TILT.

Wie jeden Abend gibt`s danach `ne Runde Korn, nein zwei, und dann schleichen wir uns.

05 August 2009

Kinderspiele

Eine oder einer muss zur Spielführerin oder zum Spielführer gemacht werden, z.B. durch Wahl mit Handheben( bei uns mache ich das immer selbst, weil es sich bewährt hat).
Der Spielraum muss eine Lampe enthalten, die von allen, die mitspielen - also bis ungefähr 20 Stück, es können aber auch nur 2 sein - , gut sehbar ist.
Alle, die mitspielen, müssen unbedingt eine Nase haben.
Spielbeginn:
Der Spielführer (- also ich - ) sagt laut "Nase" und deutet mit dem Zeigefinger einer seiner Hände auf seine Nase; diese Startgeste führen alle, die mitspielen, ebenfalls aus; sie deuten auf ihre je eigene Nase.
Dann sage ich auf die Lampe deutend "Lampe" und alle deuten auf die Lampe; der Vorgang wird etliche Male wiederholt: "Lampe"- "Nase", "Lampe" - "Nase" usw..
Finish:
Die überraschende Wendung des Spiels entsteht dadurch, dass ich zum Beispiel "Lampe" sage, aber auf meine Nase deute; nach Reglement müssen die Mitspielenden auf das deuten, was ich gesagt habe - im Beispielsfalle also auf die Lampe.
Wer sich irrt, fliegt - meist unter großem Jubel der anderen - raus.
Derjenige, der bis zuletzt mithält, darf, wenn ich das zulasse, der nächst Spielführer oder die nächst Spielführerin sein.

Anmerkung:
Das Spiel heißt das "Lampe-Nase-Spiel".
Es kann von Kindern ab vier Jahren in Kindergärten oder im Rahmen von Kindergeburtstagen
gespielt werden.
Es kann aber auch von zweckmäßigerweise angetrunkenen Erwachsenengruppen - meist unter großem Hallo - gespielt werden.
Verletzungen sind so gut wie ausgeschlossen!

Viel Spaß!