30 September 2008

Weisheit

Eine schöne Frau, die mir nahesteht, sagte neulich versonnen:

"Je weiter ich reise,
umso eher bin ich am Bahnhof..."

Poesie des Alltags 2

Ach, gute Leserin, guter Leser, ja, ja, Ihr wisst es: "Schönheit ist Freiheit der Erscheinung" lehrt uns Schiller - wer die Strahlkraft, das innere Glühen der Poesie-Texte sich erschließn will, der lese den vorherigen erst...verstanden? Gut, dann geht es jetzt sozusagen weiter im Text:

Als die rubinroten Volants sich mählich hoben ("mählich" liebe ich - der Autor) sich also mählich hoben - der flottbemützte Eisverkäufer hatte längst sich unverrichteter Dinge ins Foyer gestohlen - , da dünkte mich, Demi Moore, mag auch sein Wynona Rider, vielleicht doch Hilary Swank oder Heather Locklear gar - war`s nicht Lindsay Lohan? - habe mich, nur mich sich ausersehen zu zauberischem Scherze: Mir schien, ihr Augenblinkern, ihr verschmitztes, ihr Fingerdrohen schölte mich:
"Loser Gesell`, dem Schwanencharme warst Du erlegen, dem töricht-tumben Gesülz der Weißvögel, der Unschuld heuchelnden langhälsigen Flatterviecher! Du Tor, Du schlimmer Tor, ich will Dich lehren, das Leben, eh´du´s endest, noch zu ehren , Dein Leben, das Du zur Hälft`noch nicht und zur Hälft`nicht mehr begreifst (Hugo von Hofmannsthal, macht aber nix - passt!)...
Mir schwante - schwante! - Übles!!!
"Du Schöne, " hub ich an, "wes Fehlens zeist Du mich? Mögen meine Schnurrpfeifereien Dich verdrießen - ich wüßte uns ein probates Sühnemittelchen:
Komm`, oh komm` Wynona ( meinetwegen auch Scarlett oder Nicole Kidman): lass`uns Kobolz schießen, lass` den Morgentau der immergrünen Auen Deine Wimpern ( und - ei der Daus! - was weiß ich noch) netzen...lass`uns fürderhin lose leben...Du da oben..."
"Shut up", blökte das Weib offenbar ob meines Sprachschwalls erzürnt, "I am the movie-queen!"
Unverrichteter Dinge und, ja, schon ein wenig traurig und verstört wandte ich mich dem wieder erschienenen Humba-Tumba-Schokoladeneisverkäufer zu:
"MAGNUM, wo ist mein MAGNUM?" Aber das wusste der flinke Geselle auch nicht so genau...und als er mir sein scheiß Eiskonfekt andrehen wollte, schoss es mir brühend-, nein, siedendheiß durchs Hirn: "Ach wie sonderbar sind doch diese Plasikwesen, sie säen nicht, sie ernten nicht...ach, Gott, führ sie liebreich zu Dir..."

FINIS

09 September 2008

Poesie des Alltags

Wir, die Romantiker, poetisieren einfach alles, Büchlein...Haus und Garten, Frau und Mann, Obst und Gemüse, Tom und Jerry...alles einfach.

Ich zum Beispiel schuf vor etlicher Zeit dies kleine Stück - einfach so, wie es mir kam damals - und siehe da eine Dichtung war geboren, die es in sich hat - aber deute selbst:

Gestern als ich über die Brücke ging - über die alte, die, die in die neue goldene Stadt führt - mahnten mich Schwäne:
Es sei kein Weg, den es sich zu gehen lohne, schnäbelten sie; es sei zu bedenken, dass neue Städte selten das hielten, was sie versprächen - Glanz und Glamour, Sang und Saitenspiel, Tanz und Tohubawohu...
Der Rat gab mir zu denken auf. "Ihr Schwäne," rief ich zagend in das beginnende Zwielicht ( ihre Hälse mahnten an Drehleiern in der Gräue), "ihr Schwäne, euer Schwanengesang dünkt mich eigen! Ach, ich wollte, ich wäre einer der Eurigen, schwömme mit euch gen Osten, zöge mit euch zu hellichten Auen, mich mit euch am müdgrünen Grase zu laben, triebe mit euch eure uralt-alten Spiele, - ach, oh, ach, ihr Schwäne...".
"Ohne Hals - keine Balz!" -dommelten die Weißfedrigen, sich sacht einschwingend in die milchigfarbenen Wasserwirbel...
Und ich sputete mich, um allem Grübeln zum Trotz beizeiten noch die Achtuhrfünf-undvierzigvorstellung im CINEMA PARADISO zu erreichen.

(Forts.folgt)